e-Inclusion – Integration aller in die Informationsgesellschaft
Die Nutzung der ICT eröffnet neue soziale wie auch wirtschaftliche Chancen. Doch nicht alle Einwohnerinnen und Einwohner der Schweiz können sie in gleichem Mass ausschöpfen: nach Alter, Einkommen, Bildungsstand, Geschlecht und Sprachregion zeigen sich trotz guter Infrastruktur nach wie vor teilweise recht deutliche Unterschiede im Umgang mit den ICT. Im Dezember 2007 nutzten 30,5 Prozent der Einwohner/innen in der Schweiz das Internet über Hochgeschwindigkeitsanschlüsse, was einem Anstieg von 7,5 Prozent in zwei Jahren entspricht. Im Frühjahr 2008 nutzten 77,2 Prozent der Wohnbevölkerung in der Schweiz über 14 Jahren das Internet im letzten halben Jahr, 68 Prozent sogar täglich oder fast täglich. Im Vergleich zu 2006 ist damit bei der regelmässigen Internetnutzung ein allgemeiner Zuwachs von 5,4 Prozentpunkten zu verzeichnen. Dabei nahm der Nutzungsunterschied zwischen Männern und Frauen in diesem Zeitraum ab: Im Frühjahr 2008 nutzten Frauen das Internet zu 15 Prozent weniger als die Männer, zwei Jahre zuvor betrug der Unterschied noch 17 Prozent. Nach Alter untersucht nutzen die 14-19 Jährigen das Internet am meisten (2008 zu 91 Prozent), bei den über 50 Jährigen sind dies 44 Prozent.
Bundesrätliche Strategie für eine Informationsgesellschaft in der Schweiz
Die e-Inclusion, die digitale Integration, steht für eine Informationsgesellschaft für alle und soll einer digitalen Ausgrenzung entgegenwirken. Sie umfasst sowohl die Integration aller in die Informationsgesellschaft sowie den Einsatz der ICT zur Integration benachteiligter Personen und Menschen mit besonderen Bedürfnissen mit dem Ziel, u.a. ihre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und ihre Beschäftigungschancen zu fördern. In seiner revidierten Strategie für eine Informationsgesellschaft in der Schweiz stellt der Bundesrat fest, dass der technische und inhaltliche Umgang mit den ICT zu den Grundkompetenzen des täglichen Lebens gehören, dass der kompetente Umgang mit diesen Technologien aber lebenslanges Lernen aller bedingt.
Initiative i2010 der EU und Ministererklärung von Riga
Digitale Integration ist ein globales Anliegen und zunehmend auch ein politisches Thema. Die EU hat mit der Initiative "i2010 – Eine europäische Informationsgesellschaft für Wachstum und Beschäftigung" die Prioritäten auf den Ausbau der digitalen Wirtschaft gelegt und dabei die Förderung einer integrativen und barrierefreien Informationsgesellschaft in Europa als einen der drei Schwerpunkte definiert.
An einer Tagung in Riga, an der die Schweiz von Bundesrat Moritz Leuenberger vertreten worden ist, haben im Juni 2006 die Minister von 34 Ländern einstimmig eine Erklärung unterzeichnet, die u.a. vorsieht, bis 2010 in allen Unterzeichnerstaaten den Rückstand bei der Internetnutzung durch ausgrenzungsgefährdete Bevölkerungsgruppen zu halbieren sowie die Verfügbarkeit von Breitbandnetzen auf 90 Prozent zu erhöhen.
In der Schweiz wird die Ministererklärung von Riga u.a. im Rahmen des Aktionsplans e-Inclusion umgesetzt, der vom Netzwerk digitale Integration Schweiz getragen wird.