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• Pilotkurs "Einfacher praktischer Umgang mit Alltagselektronik" der EB Zürich
Migrantinnen und Migranten nicht-deutscher Muttersprache kennen häufig den Umgang mit elektronischen Geräten im Alltag nicht und haben Strategien entwickelt, wie sie diesen aus dem Weg gehen und einen selbständigen Umgang mit ihnen vermeiden können. An vier Halbtagen lernen sie, im Alltag häufig anzutreffende elektronische Geräte wie Notebooks, Handys, Digitalkameras oder MP3-Player, aber auch elektroniklastige Haushaltsgeräte zu bedienen und Bancomat oder Billetautomat zu benutzen. Zudem lernen sie, im Internet nach lebensnahen, einfachen Informationen wie Fahrplänen oder einer Zeitung in ihrer Muttersprache zu suchen. Der niederschwellige Ansatz trägt dazu bei, die IKT-Kompetenzen der Kursteilnehmenden zu erhöhen und sie dazu zu motivieren, sich weiter mit dem Thema auseinander zu setzen. Der Kurs wurde in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Verband für Weiterbildung SVEB entwickelt.
Die Jury zeichnet dieses Projekt aus, weil es aus der Praxis der Erwachsenenbildung und der Arbeit mit Migrantinnen und Migranten entstanden ist. Es beweist Einfühlungsvermögen, wo eigentlich die Probleme mit der Technik liegen können und öffnet die Augen dafür, dass heute vermeintlich einfachste Geräte eine hohe Komplexität aufweisen. Das Projekt fördert so die Integration von Migrantinnen und Migranten in die Informationsgesellschaft in der Schweiz auf sehr handgreifliche Art.
• Forum-lichtblick.ch aus Chur
Auf der Website www.forum-lichtblick.ch kommen Menschen mit Behinderungen zu Wort. Sie veröffentlichen Text-, Bild-, Ton- und Videobeiträge zu verschiedenen Themen. Alle acht Wochen wird das Thema geändert. Die Beiträge der körperlich und kognitiv behinderten Menschen stehen dabei neben Dokumenten von nicht behinderten Autorinnen und Autoren. Auf diese Weise entsteht eine Auseinandersetzung mit einem Thema, bei der es nicht darum geht, was jemand nicht kann, sondern darum, was jemand kann und zu sagen hat. Die Kategorien "Behindert" und "Nicht behindert" verlieren so an Bedeutung.
Die Jury zeichnet dieses Projekt aus, weil es das, was Menschen mit Behinderungen zu sagen haben, ins Medium Internet übersetzt und die Persönlichkeiten und Talente von Menschen mit Behinderungen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich macht. Über die Auseinandersetzung mit einem Thema tritt die Frage "behindert oder nicht?" in den Hintergrund.
• Projekt Handyprofis von pro juventute Schweiz
Handyprofis ist ein medienpädagogisches Angebot für Kinder und Jugendliche zwischen zehn und achtzehn Jahren sowie für deren Bezugspersonen. In Workshops setzen sich Kinder und Jugendliche aller Bevölkerungsschichten kritisch mit dem Mobiltelefon auseinander. Da die meisten Handys heute multifunktional und internetfähig sind, stellen sich viele Fragen, die z.B. problematische Inhalte und Missbrauch der Mobiltelefonie betreffen. Andererseits kann auch ein kreativer Umgang mit den Handys und der Zugang zu wertvollen Medieninhalten gefördert werden. Lehrpersonen oder Jugendleiterinnen und -leiter werden aktiv in die Workshops eingebunden. An Elternabenden erfahren Eltern und Erziehungsberechtigte mehr darüber, wie sie ihre Erziehungsfunktion im Bezug auf das Handy stärken können.
Die Jury zeichnet dieses Projekt aus, weil es die Potentiale und Möglichkeiten des Mobiltelefons, das bei Jugendlichen nicht mehr wegzudenken ist, konstruktiv nutzt. Die Medienkompetenz der Kinder und Jugendlichen wird aufbauend auf ihnen Bekanntem gefördert. Ausserdem werden auch Eltern und Lehrpersonen in die Arbeit mit einbezogen.
Da für den Sonderpreis mehrere valable Projekte eingereicht wurden, hat die Jury beschlossen, den Preis an zwei Institutionen gemeinsam zu verleihen. Sie erhalten beide jeweils CHF 3'000,- . Ausgezeichnet werden:
•·Kantonspolizei Luzern für ihr Projekt "fit4chat - chatten aber sicher!"
•·Stadt Zürich für ihre Initiative "Schau genau!"
Beide Projekte setzen sich mit den dunklen Seiten des Internets auseinander, ohne das Medium an sich zu verwerfen oder schlecht zu machen. Sie regen dazu an, sich kritisch mit virtuellen Inhalten auseinander zu setzen und wenden sich dabei an Kinder und Jugendliche sowie ihre Bezugspersonen. Dabei benutzen sie nicht nur einen Kanal, sondern bieten verschiedene Informationsmittel und Aktivitäten an, was zur Nachhaltigkeit beiträgt.
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