Vor dem Hintergrund der Verschmelzung von Rundfunk und Telekommunikation hat sich der Medienwandel im Jahr 2011 weiter beschleunigt. Die Entwicklung verunsichert nicht nur die Marktteilnehmer, sondern auch Regierung und Politik: Werden die Medien die ihnen zugedachte staatspolitische Funktion auch künftig noch gewährleisten können? Der Bundesrat hat in seinem Postulatsbericht "Pressevielfalt sichern" vom 29. Juni 2011 Mängel aufgezeigt, die problematisch werden könnten. So zum Beispiel die Qualitätssicherung im Online-Bereich, die journalistischen Arbeitsbedingungen oder das Fehlen eines wirtschaftlichen tragfähigen Fundaments für journalistische Online-Angebote. Er setzt aber vorderhand auf die Eigenverantwortung der Branche. Vor dem Hintergrund des veränderten Nutzungsverhaltens des Publikums soll auch die SRG im Internet angemessen präsent sein. Ob und wieweit ihr die kommerzielle Nutzung des Internet offen stehen soll, will er erst entscheiden, wenn private Unternehmen und die SRG einen Konsens über eine gemeinsame Nutzung gefunden haben. Das Interesse der Politik an den Medien zeigt sich auch daran, dass in den beiden letzten Jahren 48 neue Vorstösse aus National- und Ständerat zum Thema Radio und Fernsehen eingereicht worden sind.
Nancy Wayland Bigler, Vizedirektorin und Abteilungsleiterin