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Störsender (Jammer)

Immer mehr Websites bieten Geräte zur Blockierung des Mobiltelefonverkehrs an. Ob diese Geräte nun "Störsender", "Blocker" oder "Jammer" heissen oder unter anderen mehr oder weniger aufschlussreichen Namen auf den Markt gebracht werden, sie dienen alle demselben Zweck. Meist ist die Werbung für diese Art von Geräten trügerisch: Sie vermittelt den Eindruck, dass die Verwendung legal ist und informiert allfällige Käuferinnen und Käufer nicht über die Konsequenzen der Nutzung eines solchen Gerätes. Das Inverkehrbringen und das Betreiben von Störsendern ist nämlich in der Schweiz wie auch in der Europäischen Union strikt verboten. Die Verwendung verursacht nicht nur Unannehmlichkeiten für die Nutzerinnen und Nutzer des Funkfrequenzspektrums, sondern kann auch schwerwiegende Folgen für die Sicherheit haben. So können dadurch unter anderem Notrufe, beispielsweise bei der Feuerwehr, der Polizei oder der Ambulanz, blockiert werden.

Die früher teuren, sperrigen und auf die Neutralisierung des Mobiltelefonverkehrs im Frequenzband GSM 900 MHz beschränkten Störsender sind der technologischen Entwicklung gefolgt. Sie sind kleiner und billiger geworden und können heute einen grossen Teil des Spektrums stören. Mit manchen Modellen können nicht nur die Mobiltelefonbänder (GSM, UMTS, LTE, ...), sondern auch Ortungssysteme (GPS, Glonass, Galileo,...), Datenübertragungsnetze (WLAN, RLAN, WiMax, ...) oder drahtlose Alarmsysteme gestört werden. Auch die Nutzung hat sich weiterentwickelt. Während die Geräte früher lediglich verwendet wurden, um Handygespräche in Zügen, Restaurants oder Kinos zu unterbinden, werden sie heute auch für kriminelle Handlungen eingesetzt: Diebstahl von Autos oder Lastwagen, die wertvolle Güter transportieren (durch Ausserbetriebsetzung der Ortung des Fahrzeugs), Diebstahl in Häusern und Wohnungen (durch Neutralisierung des schnurlosen Alarmsystems) usw.

Die Verwendung von Störsendern ist strikt verboten, denn sie verursacht nicht nur Unannehmlichkeiten für die Nutzerinnen und Nutzer des Funkfrequenzspektrums und begünstigt kriminelle Handlungen, sondern kann auch schwerwiegende Folgen für die Sicherheit haben. So können dadurch namentlich Notrufe bei einem Unfall oder die Alarmierung der Notfalldienste wie Feuerwehr, Polizei oder Ambulanz blockiert werden.

Im Fernmeldegesetz (FMG ) kommt die Nutzung von Störsendern einer absichtlichen Störung des Funkfrequenzspektrums gleich, was mit einer Busse von bis zu CHF 100'000.-- geahndet werden kann. Das Anbieten und der Verkauf dieser Geräte sind illegal und somit verboten. Das BAKOM interveniert systematisch in solchen Fällen.

Durch das Verbot dieser Art von Anlagen auf ihrem Staatsgebiet unterstützt die Schweiz die Position der Mitgliedsstaaten der Europäischen Union.

Es ist darauf hinzuweisen, dass auch andere Länder auf der ganzen Welt diese Produkte verbieten, so auch die USA: www.fcc.gov/general/jammer-enforcement.

Anders sieht es in den Gefängnissen aus. Inhaftierte nutzen ihre Mobiltelefone, um kriminelle Handlungen zu organisieren oder einen Ausbruch zu planen. Das Fernmeldegesetz (FMG) sieht für Strafanstalten ausdrücklich die Möglichkeit vor, Störanlagen einzusetzen, um Handygespräche in ihrem Umkreis zu unterbinden. Dieses Betreiben muss im Voraus durch das BAKOM bewilligt werden.


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Zuletzt aktualisiert am: 14.01.2016

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Rechtliche Grundlagen



http://www.bakom.admin.ch/themen/geraete/00568/01228/index.html?lang=de