Bildungswesen
Bildungsfeld Informatik
Seit 1993 gibt es in der beruflichen Grundbildung das neue Bildungsfeld: "Informatik", welche für die Nachwuchsförderung im Bereich Informatik- und Kommunikationstechnologien eine bedeutende Rolle spielt. Der noch junge Beruf Informatikerin EFZ/Informatiker EFZ, zusammen mit dem Beruf Mediamatikerin/Mediamatiker, war zunehmend gefragt. Nach einem steten Anstieg der Eintretenden in dieses Bildungsfeld zwischen 1993 (23 Personen) und 2008 (1928 Personen) ist nun eine Stabilisation zu beobachten. Ab 2011 wird zudem für die vorwiegend praktisch begabten Jugendlichen sowie Erwachsenen die neue zweijährige Grundbildung als Infopraktikerin EBA/Infopraktiker EBA bereitstehen.
Dank eines breit gefächerten, durchlässigen Systems sind die Ausbildungsmöglichkeiten vielfältig. Die vierjährige berufliche Grundbildung Informatikerin/Informatiker baut beispielsweise auf einem auf die Bedürfnisse des Arbeitsmarkts ausgerichteten Modulsystem auf. Dieses ermöglicht auch Quereinstiege. Erwachsene können zudem ihre Bildungsleistungen validieren lassen und damit ebenfalls ein eidgenössisches Fähig-keitszeugnis erwerben.
Im Anschluss an die berufliche Grundbildung in Informatik stehen auf der Tertiärstufe die eidgenössischen Berufs- und höheren Fachprüfungen in Informatik bereit, welche gesamtschweizerisch jährlich von mehreren hundert Personen absolviert werden. Diese eidgenössischen Prüfungen sind auch für Quereinsteigende geeignet: Berufsleute, die über ihre berufliche Praxis in die Informatik gekommen sind und nun einen eidgenös-sisch anerkannten Nachweis ihrer Berufskompetenz erwerben.
Zudem bieten die höheren Fachschulen im Bereich Informatik zwei verschiedene Studiengänge an: Techniker/in Informatik HF und Wirtschafts-informatiker/in HF. Um diese neu gesamtschweizerisch zu steuern, wird zurzeit von den zuständigen Organisationen der Arbeitswelt Rahmenlehrpläne erarbeitet, im Jahr 2010 beim Bundesamt für Berufsbildung und Technologie zur Genehmigung vorliegen soll. Damit werden die Qualifikationsprofile gesamtschweizerisch vereinheitlicht.
An den Fachhochschulen steht eine Vielzahl von Bachelor-, Diplom- und Masterstudiengängen offen. Damit ergeben sich vielfältige Entwicklungs- und Karrieremöglichkeiten im Bereich der Informatik.
Art. 54 und 55 Berufsbildungsgesetz bietet dem Bund die Möglichkeit, Innovationen und besondere Leistungen im öffentlichen Interesse zu unterstützen. Dazu zählen zum Beispiel Projekte zur Lehrstellenförderung im IT-Bereich, die Erarbeitung von Kompetenznachweisen oder auch die Unterstützung neuer Zugänge zur Informatik für Frauen (z.B. flexible Bildungsgänge nach dem "Modell F" erlauben Unterbrüche).
SKIB und SFIB
Seit der Annahme der neuen Bildungsartikel in der Bundesverfassung ist auch der Bund zusätzlich gefordert bei der Steuerung und Entwicklung des gesamten Bildungssystems. Im Bereich IKT koordiniert die im Oktober 2005 geschaffene Schweizerische Koordinationskonferenz IKT und Bildung (SKIB) die Aktivitäten von Bund und Kantonen für eine Integration der IKT in Schule und Unterricht auf allen Stufen und in allen Bereichen des Bildungswesens.
Im Jahr 2007 beschloss die SKIB, einen Referenzrahmen für die Aktivitä-en 2008 – 2011 im Bereich IKT/Medien und Bildung zu schaffen in Anlehnung an die IKT-Strategie der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektionen EDK von 2007 sowie an die Strategie des Bundesrates für eine Informationsgesellschaft in der Schweiz vom Januar 2006. Das Dokument ist erstellt und beschreibt laufende und geplante Aktivitäten und welche Bildungspartner dabei kooperieren müssen.
Im März 2009 verabschiedete das Gremium die Empfehlung der Schweizerischen Fachstelle für Informationstechnologien im Bildungswesen (SFIB) für die Beschreibung von elektronischen Lehr- und Lernressourcen. Diese Empfehlung dient als Grundlage für die Zusammenarbeit mit den Kantonen und weiteren Content Providern. Sie bildet einen wichtigen Meilenstein bei der Entwicklung und Verbreitung der Digitalen Schulbibliothek, die zum Ziel hat, den Zugang via Schweizerischen Bildungsserver zu den Lernressourcen zu erleichtern.
Die Schweizerische Fachstelle für Informationstechnologien im Bildungs-wesen (SFIB) wurde 1989 als gemeinsame Institution von Bund (BBT) und Kantonen (EDK) eingerichtet. Sie nimmt den gesamtschweizerischen Informationsaustausch im IKT-Bereich wahr, namentlich durch nationale Netzwerke und Veranstaltungen. Sie behandelt insbesondere Fragestellungen, die den Bereich der Volksschule und der Sekundarstufe ll betreffen und betreut die Geschäftsstelle der SKIB.
Schweizerischer Bildungsserver (SBS)
Der Schweizerische Bildungsserver (SBS), getragen durch Bund und Kantone, besteht aus einer fünfsprachigen Informationsplattform und aus e-ducanet , einer interaktiven Arbeits- und Lernumgebung für Schule und Ausbildung. Mehr als 500'000 registrierte Anwender/innen gehören dieser virtuellen Bildungscommunity an und nutzen die umfangreichen Dienstleistungen für den Unterricht .
Die SFIB und der Schweizerische Bildungsserver werden von der Genossenschaft educa.ch - Schweizerisches Medieninstitut für Bildung und Kultur geführt.