Informationsgesellschaft in Zahlen
Gemäss den aktuellsten Erhebungsresultaten zur Informationsgesellschaft des Bundesamts für Statistik (BFS) verfügt die Schweiz im internationalen Vergleich über eine gute Grundausstattung bezüglich Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) in Verwaltung, Unternehmen und Bevölkerung.
IKT in Haushalten: pro Kopf Ausgaben
Gemäss den Erhebungen des Bundesamtes für Statistik weist die Schweiz im Jahr 2006 mit 2763 Euro pro Einwohner die weltweit höchsten Ausgaben für IKT aus, gefolgt von Schweden, Dänemark und Japan. Nachdem in der Schweiz die pro Kopf IKT-Ausgaben zwischen 2000 und 2003 kontinuierlich zurückgingen, nehmen sie seit drei Jahren wieder zu und nähern sich langsam dem Höchstwert aus dem Jahr 2000. Im Jahr 2007 wurden in der Schweiz 2821 Euro pro Person für IKT ausgegeben. In der Schweiz entfielen 56 Prozent der IKT-Gesamtausgaben auf Informationstechnologien und 44 Prozent auf Kommunikations-technologien. Im Jahr 2006 machten die IKT-Ausgaben rund 7,7 Prozent des Bruttoinlandproduktes (BIP) aus; damit liegt die Schweiz hinter Japan und Schweden und auf dem dritten Platz.
Breitbandzugang der Bevölkerung
Im Juni 2008 hatten 32,7 Prozent der Einwohner/innen der Schweiz das Internet über Hochgeschwindigkeitsanschlüsse abonniert. Die Schweiz hat damit Island überholt und steht nach Dänemark, Holland und Norwegen weltweit an vierter Stelle (s. Grafik). Der Durchschnitt der OECD-Länder lag im Dezember 2007 bei 21,3 Prozent.
Online-Angebot der öffentlichen Verwaltungen
Wie das 4. E-Government Barometer des Instituts für Öffentliche Dienstleistungen und Tourismus der Universität St. Gallen zeigt, entwickelt sich das Online-Angebot der öffentlichen Verwaltungen in der Schweiz ständig. Es bewegt sich aber auf vergleichsweise tiefem Niveau. Laut den Ergebnissen der St. Galler Studie ist das Potenzial zur weiteren Entwicklung jedoch vorhanden. So gibt eine überwiegende Mehrheit der befragten Verwaltungsstellen an, über gut vorbereitete und motivierte Mitarbeiter/innen sowie über genügend technische Ausstattung für
E-Government zu verfügen. Selbst das Geld wird tendenziell weniger als Hinderungsgrund für die Einführung von E-Government Lösungen gesehen. Hingegen hat das Thema E-Government als solches für die Entscheidtragenden in den Verwaltungen offenbar an Bedeutung abgenommen.
Im gesamteuropäischen Vergleich schneidet die Schweiz auch 2007 schlecht ab. Weder was die Zahl der online verfügbaren Leistungen noch deren Grad an Kundenausrichtung anbelangt, konnte die Schweiz europäische Durchschnittswerte erzielen. 21 Prozent der erhobenen öffentlichen Dienstleistungen sind medienbruchfrei online zugänglich (Durchschnitt EU 27+ liegt bei 58 Prozent). Bei der Kundenorientierung der online zugänglichen Dienstleistungen erreichte die Schweiz 60 Prozent, der Durchschnitt EU 27+ lag bei 75 Prozent. Bei den E-Government-Angeboten für Firmen liegt die Schweiz mit knapp 70 Prozent auf Platz 25 und bei den E-Government-Angeboten für die Bevölkerung liegt die Schweiz mit rund 55 Prozent auf Platz 22. Neu in die Betrachtung wurde eine Bewertung des nationalen Portals als Zugangsmöglichkeit zu öffentlichen Dienstleistungen aufgenommen. Für www.ch.ch lagen die Werte im europäischen Durchschnitt.
Internetnutzung
Die Internetnutzung in der Schweizer Bevölkerung hat im letzten Jahr weiter zugenommen. Während gemäss den gemeinsamen Indikatoren von MA-Net (Net-Metrix Base) und Bundesamts für Statistik (BFS)7 im ersten Quartal 2006 71,8 Prozent der Wohnbevölkerung ab 14 Jahren das Internet in den vergangenen sechs Monaten genutzt haben, waren dies im Frühling 2008 bereits 77,2 Prozent. Zu den Personen, die das Internet mehrmals pro Woche nutzen, zählen im März 2008 bereits 68 Prozent.