Offener und konstruktiver Dialog zu Digitalisierungsfragen

Am 20. November 2018 fand in Bern die vierte Ausgabe des Swiss Internet Governance Forum (Swiss IGF) statt. Als allen Interessierten offenstehende Diskussionsplattform zu Fragen der Digitalisierung bot das Swiss IGF 2018 Gelegenheit, aktuelle Herausforderungen mit sämtlichen Interessengruppen in der Schweiz zu diskutieren. Auch konnte ausgelotet werden, in welche Richtung die Entwicklung bei Themen wie der digitalen Demokratie, dem Strukturwandel in der Wirtschaft und dem digitalen Menschen gehen soll. Die Schlussfolgerungen des Swiss IGF 2018 sind in den "Messages von Bern" zusammengefasst.      

Livia Walpen, International Relations

Das Swiss IGF war auch in diesem Jahr wieder ein Erfolg. Über 150 Vertreterinnen und Vertreter aller Anspruchsgruppen aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft haben sich vor Ort in der Welle 7 in Bern und online am Dialog beteiligt und über die brennenden Fragen der Digitalisierung diskutiert, welche unser gesellschaftliches, politisches und wirtschaftliches Leben durchdringt und grundlegend umwälzt.

Eröffnet wurde das Swiss IGF von Philipp Metzger, Direktor des Bundesamtes für Kommunikation (BAKOM). In seiner Rede betonte Metzger, dass die aktuellen Herausforderungen im Bereich der Digitalisierung nur gemeinsam und mit allen Beteiligten auf globaler, europäischer und nationaler Ebene bewältigt werden können. Das Swiss IGF spiele dabei eine wichtige Rolle. Anschliessend tauschten sich die Teilnehmenden in verschiedenen Plenarsitzungen und Workshops über Themen wie künstliche Intelligenz, digitale Demokratie, digitale Wirtschaft, Netzsperren, Cybersicherheit, Medienregulierung, "Digital Healthcare" und digitale Identität aus. Die Themen wurden dabei nicht von den Organisatoren, sondern in einem partizipativen "bottom-up" Prozess von allen interessierten Teilnehmenden festgelegt.

 
Workshop-Teilnehmer am diesjährigen Swiss IGF

"Messages von Bern"

Am Ende der Veranstaltung wurden die "Messages von Bern" verabschiedet, in denen die Hauptpunkte der Plenarsitzungen des Swiss IGF 2018 kurz und prägnant zusammengefasst sind. Die Messages halten beispielsweise fest, dass Vertrauen und Transparenz zentrale Voraussetzungen im Zusammenhang mit digitaler Demokratie und digitalen Identitäten sind. Um sicherzustellen, dass der digitale Strukturwandel allen zugutekommt und nicht zu sozialen Unruhen führt, erwähnen die "Messages von Bern" Bildung sowie faire Arbeitsmarktbedingungen als Schlüsselmassnahmen. Im Zusammenhang mit Netzsperren weisen die Messages auf deren Grenzen hin, da durch die Blockierung der rechtswidrige oder schädliche Inhalt nicht gelöscht, sondern nur sein Zugang erschwert wird. 

Die "Messages von Bern" werden nun dem globalen UN Internet Governance Forum (IGF) und dem "European Dialogue on Internet Governance" (EuroDIG) vorgelegt, um in die Diskussionen in diesen Foren einzufliessen. Die "Messages von Bern" sind auf www.igf.swiss publiziert.

Der nationale Ableger des weltweiten Prozesses 

Das Swiss IGF ist der nationale Ableger des UN IGF, des weltweiten Prozesses, in dem sich alle Anspruchsgruppen über die Festlegung der Spielregeln im Internet ("Internet Governance") verständigen. Das globale IGF wurde 2005 beim UNO-Weltgipfel der Informationsgesellschaft (WSIS) geschaffen. Seither haben sich spontan zahlreiche regionale und nationale Foren gebildet. Der nächste EuroDIG wird vom 19. bis 20. Juni 2019 in Den Haag stattfinden, das nächste UN IGF vom 25. bis 29. November 2019 in Berlin. Alle interessierten Personen sind eingeladen, die Schweizer Positionen und Interessen auf europäischer und globaler Ebene in diesen Foren einzubringen.

Das Swiss IGF besteht seit 2015 und wird jährlich durchgeführt. Es wird von einer Steuerungsgruppe – bestehend aus rund einem Dutzend Freiwilligen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft – geführt und begleitet. Das BAKOM übernimmt derzeit die nötigen Sekretariatsaufgaben.

 
 
 

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Letzte Änderung 18.12.2018

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