Aufgabentrennung bei der Verwaltung von .ch-Internetadressen

Mit Inkrafttreten der Verordnung über Internet-Domains (VID) Anfang 2015 muss sich SWITCH auf die technische Verwaltung der .ch-Domain in Zusammenhang mit dem globalen Domainnamen-System beschränken und darf ihrer Endkundschaft die Registrierung von .ch-Domains nicht mehr direkt anbieten. Die Endkundinnen und Endkunden von SWITCH mit einer .ch-Internetadresse müssen sich deshalb nach Ablauf der normalen Abodauer einen neuen Partner suchen. Die Migration wird im Sommer 2016 abgeschlossen sein.


Anpassung des rechtlichen Rahmens

Die Revision des gesetzlichen Rahmens Anfang 2015 führt zu einer konsequenteren Trennung zwischen technisch-hoheitlichen Aufgaben einerseits und kommerziellem Endkundengeschäft andererseits. Dieses Vorgehen folgt einem allgemeinen internationalen Trend und entspricht den Erwartungen, die die Wirtschaftsakteure der Branche in einer Umfrage 2012 fast einstimmig geäussert haben. Das im Jahr 2003 an die Stiftung SWITCH erteilte Mandat sah noch die Ausführung beider Aufgaben vor. In ihrer Funktion als Registerbetreiberin (Registry) koordiniert SWITCH derzeit die .ch-Internetadressen mit dem weltweiten Domainnamen-System (DNS). Seit Inkrafttreten der VID Anfang 2015 darf sie allerdings den Nutzerinnen und Nutzern nicht mehr .ch-Domainnamen zu regulierten Preisen anbieten. Diese Tätigkeit als Registrar stand nämlich in direkter Konkurrenz zu den Dienstleistungen anderer unabhängiger Anbieter, was die Entstehung eines gesunden Wettbewerbs auf dem Markt für Domainnamen-Registrierung und Webhosting bremste.

Alle betroffenen Kreise waren eingeladen worden, sich bis am 17. April 2014 zum konkreten Entwurf zur Revision des gesetzlichen Rahmens zu äussern.


Transfer der Kundinnen und Kunden von SWITCH

Im Rahmen der Aufgabentrennung begleitet das BAKOM eng den Übergangsprozess, um namentlich einen geordneten und fairen Transfer der heutigen Endkundinnen und Endkunden von SWITCH zu den im Markt tätigen Registraren sicherzustellen. Aus diesem Grund hat es zusammen mit SWITCH zwei Informationsveranstaltungen organisiert. An jener vom 26. Juni wurde den Partnern von SWITCH die Lösung vorgestellt, die von der gemeinsamen Arbeitsgruppe von SWITCH und dem BAKOM für den Migrationsprozess ausgearbeitet worden war. Diese sieht vor, die SWITCH-Kundschaft aufzufordern, ihre Domains nach Ablauf ihres Abonnements zu einem anderen Registrar zu transferieren. Das betrifft gemäss den vom Bundesrat verabschiedeten Regelungen zuerst jene Kundinnen und Kunden, die mindestens einen Domainnamen besitzen, dessen Abonnement Ende April 2015 abläuft. Diese Personen werden drei Monate vor Abo-Ende per Schreiben informiert und können dann den Anbieter frei wählen und ihre .ch-Adresse migrieren. Dieser Prozess wird während 12 Monaten weitergeführt, bis alle Kundinnen und Kunden von SWITCH die Verwaltung ihrer Domainnamen einem Registrar übertragen haben.


Weitere Informationen

Bei der Planung der Migration wurden auch Anmerkungen berücksichtigt, welche die rund 30 Registrare an der ersten Informationssitzung am 11. März 2014 angebracht hatten. An dieser Sitzung hatten das BAKOM und SWITCH zunächst Bilanz über die Vorbereitungsarbeiten zur Kundenmigration gezogen. Im zweiten Teil der Sitzung hatten die Teilnehmenden dann ihre Standpunkte ausgetauscht.

Nach der Veranstaltung hat das BAKOM noch eine Stellungnahme von der Firma switchplus erhalten, die hier mit deren Einverständnis veröffentlicht wird.

Andere Teilnehmer hatten damals angekündigt, sich bei der Anhörung zur Änderung des gesetzlichen Rahmens zu äussern.

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Letzte Änderung 21.01.2015

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