Entwicklung der Nachfrage von Roamingdienstleistungen der Schweizer Kundinnen und Kunden

Im Jahr 2020 war die Entwicklung der Nachfrage je nach Roamingdienst unterschiedlich. Hinsichtlich Sprachroaming-Nutzung zeichnet sich 2020 eine sinkende Tendenz ab, wobei der Anteil der Anrufe im Standardtarif gestiegen ist und der Anteil der Anrufe mit optionalem Tarifplan gesunken ist. Die Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten haben wieder deutlich mehr Datenroamingdienste nachgefragt als in den Vorjahren. Die erste Phase der Covid-19-Krise hatte hier keine nennenswerten Auswirkungen. Beim SMS-Roaming stellt man wiederum einen deutlichen Rückgang der Nutzung fest.  

Roaminggespräche

Im Jahr 2020 wurden Roaminggespräche im Gesamtumfang von 374.2 Millionen Minuten für ausgehende und 170.2 Millionen Minuten für eingehende Anrufe getätigt. Dies entspricht im Vergleich zum Jahr 2019 einem Rückgang von 5.1% für ausgehende bzw. 12.2 % für eingehende Anrufe. Insgesamt sind die Gesprächsminuten (ausgehende und eingehende Anrufe zusammen) um 7.4% gesunken, während in den Vorjahren (seit 2016) ein stetiger Anstieg zu verzeichnen war. Die Auswirkungen der Covid-19-Krise, die zu einem Rückgang der Auslandsreisen geführt hat, sind im Jahr 2020 also bereits spürbar. Die Mehrheit der Anrufe wurde innerhalb Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) und des Europäischen Wirtschaftsraums (EU + Norwegen, Island und Liechtenstein) abgewickelt. Anrufe zurück in die Schweiz (Standardtarif und Option) stellen dabei einen wesentlichen Bestandteil bei den ausgehenden Anrufen dar (vgl. nachfolgende Abbildung). Im Rest der Welt gehen die Anrufe sogar um 42,3% zurück, was vermutlich auf die verringerte Reisetätigkeit aufgrund der Pandemie zurückzuführen ist.

 

 
Tatsächlich konsumierte Minuten, ausgehende Anrufe

Im Jahr  2020 hat die Mehrheit der Schweizer Roamingkunden (89.3%) zu Standardtarifen, d.h. ohne Vergünstigungen durch Optionen telefoniert. Die Nutzung einer Tarifoption für tiefere Sprachroaming-Preise hat im Verlauf der letzten acht Jahre abgenommen (vgl. nachfolgende Abbildung), der Jahresdurchschnitt ist dabei seit 2016 von  29.7 % auf 10.7 % gesunken. Dies könnte mit der zunehmenden Beliebtheit von Angeboten, welche das internationale Roaming innerhalb der EU und EWR ganz oder teilweise im Abonnementspreis inkludieren, zusammenhängen. Der Kauf einer Option innerhalb der EU und EWR ist in diesem Fall grösstenteils überflüssig.

Wahl des Preisplans für Sprachkommunikation, Standard vs Option

In den nachfolgenden Abbildungen wird die Entwicklung der Nutzung von ein- und ausgehenden Anrufen seit  2016 dargestellt. Alle Roamingdienstleistungen folgen jeweils einem ähnlichen saisonalen Muster (SMS und Daten siehe unten). Der Höhepunkt ist im dritten Quartal (Sommerferienzeit) während im ersten und vierten Quartal jeweils die tiefsten Werte eines Jahres zu verzeichnen sind. Die ab März 2020 verhängten Anti-Covid-Massnahmen für Schweizer Bürger, welche die Reisetätigkeit ins Ausland beschränkten, haben den üblichen Jahreszyklus mit einem sehr deutlichen Rückgang der Volumina im Frühjahr (Q2) verändert.

 
Tatsächlich konsumierte Minuten, Standard vs Option, ausgehende Anrufe
Tatsächlich konsumierte Minuten, Standard vs Opiton, eingehende Anrufe

SMS und Daten-Roaming

Im Jahr 2020 wurden 72.2 Millionen SMS verschickt und Daten im Umfang von 9,525 Millionen GB übertragen (vgl. nachfolgende Abbildungen). Der Rückgang des SMS-Volumens belief sich aufrund 27 % Im Gegenzug wiesen die Datendienste einen Anstieg von 29 % auf. Man hätte im Jahr der Gesundheitskrise eine Stagnation des Datenvolumens erwarten können, aber paradoxerweise stieg es deutlich an, im Gegensatz zu den anderen Diensten. Die Nutzung der SMS ist 2020 aussergewöhnlich stark gefallen und sogar Anrufe, die seit 2016 stark ansteigen, sind 2020 zurückgegangen. Die Isolation der Menschen, welche die Covid-19-Krise verursachte, hat die Menschen wahrscheinlich dazu veranlasst mehr Over-the-top-Dienste (Whatsapp, Skype, Zoom etc.) zu nutzen, wovon sie dann auch im Ausland profitierten.. Die SMS- und Daten-Roamingdienste werden innerhalb der EU und EWR am häufigsten benutzt. Dies hängt v.a. mit den präferierten Reisezielen der Schweizerinnen und Schweizer zusammen (Deutschland, Frankreich, Italien und Österreich). Durch die Pandemie-bedingte verminderte Reisetätigkeiten der Schweizerinnen und Schweizer ist das Roaming-Datenvolumen im Rest der Welt nur leicht gestiegen (3%).

 

 
Übertragene Daten
Gesendete SMS, in Millionen

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Letzte Änderung 03.08.2021

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