Digitale Souveränität und künstliche Intelligenz im Mittelpunkt des Swiss IGF 2025
Fragen zur digitalen Souveränität, der Regulierung von künstlicher Intelligenz (KI) und der Demokratie im digitalen Zeitalter standen im Zentrum der 10. Ausgabe des Swiss Internet Governance Forum (Swiss IGF) am 9. Oktober 2025 in Bern. Mehr als 300 Personen nahmen daran teil. Gemäss den "Messages von Bern" braucht es ein gemeinsames und verantwortungsvolles Vorgehen, um sowohl in der Schweiz als auch international Vertrauen in die digitale Welt zu schaffen.
Milla Merazzi, International Relations
In mehreren thematischen Sessions wurden die Wechselwirkungen zwischen technologischer Innovation, gesellschaftlicher Verantwortung und rechtlichen Rahmenbedingungen beleuchtet. Aus den Diskussionen ging hervor, dass die Regulierung von KI Wettbewerbsfähigkeit und Verantwortung in Einklang bringen muss. Gleichzeitig gilt es, die KI-Kompetenzen sowohl in der Bevölkerung als auch bei politischen Entscheidungsträgerinnen und -trägern zu stärken. Die Debatte über den Schutz von Kindern und Jugendlichen in der digitalen Welt zeigte die Bedeutung eines ganzheitlichen Ansatzes, der technische, institutionelle und gesellschaftliche Dimensionen vereint, um das Wohl von Minderjährigen im Netz zu gewährleisten.
In der Session zur Schweizer E-ID wurde deutlich, wie zentral Vertrauen im digitalen Raum und Daten-Governance sind. Dabei wurden die konkreten Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger adressiert. Das Thema digitale Demokratie – von E-Voting bis KI-Chatbots – entfachte eine Debatte über Datenschutz, Privatsphäre und die Resilienz demokratischer Prozesse. Schliesslich wurde auch die digitale Souveränität der Schweiz im aktuellen geopolitischen Kontext thematisiert.
Ein inklusives und partizipatives Forum
Auch in diesem Jahr fand das Swiss IGF in einem offenen und partizipativen Format statt, als Präsenz- und Onlineveranstaltung und mit Simultanverdolmetschung. Die Gestaltung des Programms erfolgt im Bottom-up-Verfahren über den Themenaufruf (Call for Issues). Dadurch ist gewährleistet, dass es von der gesamten Community getragen wird. Das Swiss IGF bietet somit eine einzigartige Plattform, auf der sich Akteure aus Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft über die "Spielregeln" der Digitalisierung in der Schweiz austauschen können.
Stoff für internationale Diskussionen
In den Messages von Bern 2025 werden die wichtigsten Schlussfolgerungen der Sessions zusammengefasst. Sie sind auf der Website des Swiss IGF verfügbar. Diese Kernbotschaften fliessen in regionale und internationale Diskussionen ein und tragen zur Gestaltung der Internet-Governance auf globaler Ebene bei. Sie können unter folgender Adresse eingesehen werden: Swiss Internet Governance Forum | igf.swiss
Neue Trägerschaft
Das Swiss IGF wird neu vom Verein «Swiss Internet & Digital Governance» organisiert. Dieser Verein wurde 2024 mit dem Ziel gegründet, die Zusammenarbeit und den Dialog in den Bereichen Internet-Governance und digitale Governance in der Schweiz zu fördern. Die Mitgliedschaft steht allen offen. Das Swiss IGF führt die Grundprinzipien des offenen Dialogs und der inklusiven Beteiligung aller Interessengruppen fort. Die Stiftung Mercator Schweiz wird gemeinsam mit dem BAKOM den Aufbau sowie die Verstetigung des Vereins während der ersten drei Jahre sicherstellen.
