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Veröffentlicht am 9. Oktober 2025

Hüter des Frequenzspektrums: So bleiben Anlässe störungsfrei

Internationale Sportveranstaltungen wie die diesjährige Fussball-Europameisterschaft der Frauen finden weltweit Beachtung. Damit Radio- und Fernsehübertragungen reibungslos funktionieren und die Sicherheits- und Rettungsdienste sowie verschiedene weitere Akteure ihre Aufgaben ohne Störungen wahrnehmen können, sind oft Fachleute des BAKOM vor Ort. Sie beraten die Veranstalter und identifizieren störende Funkgeräte.

Antoine Lucchesi, Abteilung Radio Monitoring und Anlagen

Wer die diesjährige Europameisterschaft im Frauenfussball (WEURO2025) verfolgt hat, weiss vielleicht, dass der Ball mit einem drahtlosen Bewegungssensor ausgerüstet war, der die Ballberührungen in Echtzeit aufzeichnete und den Schiedsrichterinnen und Schiedsrichtern Daten zur Beurteilung strittiger Szenen lieferte. Drahtlos-Technologien wurden aber auch an anderen Orten auf und neben dem Spielfeld eingesetzt. Mikrofone und Medienkameras übertragen teilweise Ton und Bild per Funk, während Sicherheitsdienste und Rettungskräfte die Funktechnologie zur Kommunikation nutzen. Gleiches gilt für Veranstalter, Fussballmannschaften oder den Parkplatzbetrieb.

Zur Vermeidung von Interferenzen zwischen verschiedenen Anwendungen und Geräten ist die Nutzung der Frequenzen streng reglementiert. Um sicherzustellen, dass diese Vorschriften eingehalten werden und es zu keinen Störungen kommt, arbeiten die Organisatoren grosser Sportanlässe häufig mit dem BAKOM, der in diesem Bereich zuständigen Fachbehörde, zusammen.

Auf der Suche nach nicht konformen Geräten

Im Rahmen der WEURO25 standen über die gesamte Turnierdauer 16 Mitarbeitende der Spektrumsaufsicht (Radio Monitoring) im Einsatz, bei jedem Spiel waren maximal zwei Fachpersonen aktiv. Sie kümmerten sich insbesondere um die Überprüfung und Kennzeichnung sämtlicher Funkgeräte, die in den acht betroffenen Stadien zur Anwendung kamen.

Alle Nutzerinnen und Nutzer von drahtlosen Übertragungssystemen (mit Ausnahme von Mobiltelefonen) mussten das für die Veranstaltung vorgesehene Sendegerät vorab auf einer Website des Veranstalters registrieren. Nach Validierung des Antrags und gegebenenfalls der Erteilung der erforderlichen Funkkonzession mussten die Geräte an einem speziellen Schalter vorgeführt werden, wo eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter des BAKOM prüfte, ob die technischen und regulatorischen Vorschriften, namentlich in Bezug auf die genutzten Frequenzen, eingehalten werden. Fiel das Ergebnis positiv aus, wurden die Geräte mit einer Klebeetikette gekennzeichnet.

Kontrollen und Massnahmen zur Sicherstellung einer zuverlässigen Kommunikation

Mit diesem Vorgehen wurde sichergestellt, dass die Geräte mit dem nationalen Frequenzzuweisungsplan kompatibel sind und sie die Vorgaben der erteilten Konzessionen erfüllen. Insgesamt wurden über 2300 Geräte gekennzeichnet.

Die Schutzmassnahmen spielen eine wichtige Rolle: sowohl um Interferenzen zwischen ähnlichen Geräten wie drahtlosen Mikrofonen, Funksprechgeräten, professionellen Mobilfunkgeräten (Privater Mobilfunk [Private Mobile Radio, PMR]), Übertragungssystemen oder Kameras zu vermeiden, als auch um nicht konforme Geräte auszuschliessen. Diese Vorkehrungen tragen unmittelbar zur Zuverlässigkeit der kritischen Kommunikation während Anlässen bei.

Zusätzlich zur physischen Geräteprüfung setzte das BAKOM in allen Stadien automatisierte Systeme zur Messung des Frequenzspektrums ein. Sie ermöglichen eine Echtzeitüberwachung der Signalqualität, wodurch unerwünschte Aussendungen erkannt und rasch lokalisiert werden können. Dank dieser Systeme war es während der Veranstaltung möglich mehrere Dutzend Geräte – hauptsächlich PMR-Funkgeräte und drahtlose Mikrofone – ausser Betrieb zu setzen oder sie im Einklang mit den gesetzlichen Nutzungsbestimmungen an das Frequenzspektrum anzupassen.

Die Bedeutung der Frequenzüberwachung

Die aktive Teilnahme des BAKOM an Grossveranstaltungen zeigt, wie wichtig eine konsequente und proaktive Verwaltung der Funkfrequenzen ist. Durch Vorbereitungsarbeiten und die Präsenz vor Ort lassen sich nicht nur Interferenzen vermeiden, sondern auch die Konformität der Geräte, ein sicherer Datenaustausch und reibungslose Abläufe gewährleisten. Angesichts des zunehmenden Drucks auf die Frequenzressourcen ist die Koordination und Überwachung der Frequenzen für die störungsfreie Durchführung dieser Grossanlässe von entscheidender Bedeutung.

Begleitung von Sportanlässen durch das BAKOM

Bei Sportveranstaltungen sind Fachleute des BAKOM vor Ort, um die Nutzung der Frequenzen konsequent zu überwachen. Dabei sorgen sie dafür, dass:

  • alle erforderlichen Funkkonzessionen im Vorfeld beantragt und erteilt wurden;
  • eine stabile und zuverlässige Funkumgebung gewährleistet ist, die den nationalen Rechtsvorschriften und den gewährten Funkkonzessionen entspricht;
  • sie bei gemeldeten oder festgestellten Störungen rasch intervenieren, um deren Ursache zu lokalisieren und geeignete Massnahmen zur Wiederherstellung der Frequenzqualität zu ergreifen;
  • die einheimischen Konzessionäre in dem Gebiet oder der Region, in dem die Veranstaltung stattfindet, ihre Ausrüstungen weiterhin nutzen können.

Jedes Jahr begleitet das BAKOM rund zehn grössere nationale Anlässe.