Online-Medien: Angebote und Organisationen
Für die demokratische Meinungsbildung braucht es eine Vielfalt an verfügbaren Informationen. Es ist daher wichtig zu wissen, wie viele Online-Medienangebote existieren (Angebotsvielfalt), wem diese gehören (Anbieter/-innenvielfalt), und wie sich beide Aspekte entwickelt haben.
Angebote
Im Jahr 2024 wurden in der Schweiz 346 Online-Medien erfasst, die über ein mindestens wöchentlich aktualisiertes, journalistisches Angebot verfügen. Der grösste Teil davon (263; 76%) hat ein Pendant im Print- oder im Radio-/TV-Bereich. Bei 81 (23%) handelt es sich um «Pure Player», die als neue Medien online gegründet wurden und nur online existieren.
Die Zahl der journalistischen Online-Medien hat gegenüber der erstmaligen Erfassung von Angeboten dieser Art im Jahr 2022 leicht abgenommen (353). Dieser Rückgang erklärt sich zum einen aus den 36 Medien, die eingestellt (z. B. die verschiedenen Today-Portale von CH Media) resp. in grössere Marken integriert wurden (z. B. Langenthaler Tagblatt > Berner Zeitung, Anzeiger von Uster > ZO Online). Zum anderen wurden 29 Online-Medien neu erfasst, darunter Neugründungen (z. B. Spatz Alttoggenburg) oder Medien, die durch einen Ausbau des digitalen Angebots die Kriterien für die Aufnahme neu erfüllen (Nettorückgang: -7).
Eigentumsverhältnisse
Die 346 Online-Medien waren im Besitz von 245 Organisationen, hinter denen 205 grössere Organisationen resp. «Kontrolleur/-innen» standen. Damit besass eine Organisation durchschnittlich 1.7 Online-Medien. Im Vergleich zu 2022 hat sich die Angebotsstruktur damit kaum verändert (353 Organisationen im Besitz von 195 «Kontrolleur/-innen»: durchschnittlich 1.8 Online-Medien). Die Konzentration ist beinahe gleich geblieben.
Die hier gezeigte Angebotsvielfalt – das heisst viele verschiedene Medienangebote – bedeutet dabei nicht zwangsläufig, dass sich die Nutzenden aus vielen unterschiedlichen Medienangeboten, die auch unterschiedliche Inhalte anbieten, informieren können – z. B. wenn ein Medienkonzern redaktionelle Inhalte über mehrere Angebote, auch aus unterschiedlichen Mediengattungen, ausspielen kann. Über die Anzahl an Angeboten und die Anbieter/-innenverteilung kann nicht auf die inhaltliche Vielfalt der Angebote geschlossen werden.