Fernsehen: Finanzierung
Medien finanzieren sich aus unterschiedlichen Quellen. Welche Finanzierungsquellen sind für das Fernsehen von Bedeutung – und wie haben sie sich in den letzten Jahren entwickelt?
Werbeeinnahmen
Die TV-Werbeeinnahmen sind gekennzeichnet von einem deutlichen Rückgang im Coronajahr 2020. Nach einer Erholung im darauffolgenden Jahr 2021 sind die Werbeeinnahmen weiter deutlich gesunken.
- In den Jahren 2000 bis 2016 erzielte die SRG höhere Werbeeinnahmen als die ausländischen Programmfenster. Seit 2017 können Letztere einen grösseren Anteil aller in Fernsehwerbung in der Schweiz investierten Gelder auf sich vereinen. Während ihre Anteile in den letzten Jahren stabil geblieben sind, sieht sich die SRG mit kleiner werdenden Anteilen in einem ohnehin schrumpfenden Markt konfrontiert.
- Private Schweizer Sender konnten ihre Werbeeinnahmen in den letzten Jahren steigern. Im Vergleich mit der SRG und den ausländischen Werbefenstern ist ihr Anteil an den Gesamtinvestitionen in TV-Werbung aber immer noch deutlich kleiner.
Konzessionierte Regionalfernsehen: Ertragsstruktur
Die hier präsentierten statistischen Daten stammen aus einer internen Analyse der revidierten Jahresrechnungen, welche die regionalen Veranstalter/-innen mit einer Konzession und einem Leistungsauftrag jährlich dem BAKOM übermitteln müssen.
Der Anteil der Abgabenerträge am Gesamtertrag der konzessionierten Regionalfernsehen nahm zwischen 2015 und 2024 zu. Der Anteil des kommerziellen Ertrags (v. a. Einnahmen aus Werbung und Sponsoring) sank entsprechend. Verglichen mit den konzessionierten lokalen Radioveranstalterinnen liegt der Anteil der Abgabe am Gesamtertrag bei den konzessionierten Regionalfernsehen höher. Der Finanzierung durch die Abgabe kommt in der kapitalintensiveren Regionalfernsehproduktion demnach eine bedeutendere Rolle zu als im Radiobereich.
Die BAKOM-Analysen der Jahresrechnungen dieser Veranstalter/-innen zeigen eine leichte Verbesserung der Werbeeinnahmen in den beiden Jahren nach der Coronavirus-Pandemie. Diese positive Entwicklung, die zwischen 2021 und 2022 ausgeprägter war, stellt jedoch eher eine Erholung nach dem drastischen Einbruch der Einnahmen in den Jahren 2020 und 2021 dar und ist mit der Erholung der Wirtschaftstätigkeit nach der Pandemie verbunden. Für die Regionalfernsehen fallen die Werbeeinnahmen 2024 dann wieder niedriger aus als im Vorjahr. Insgesamt bleibt das durchschnittliche Niveau der Werbe- und Sponsoringeinnahmen, die 2024 von den Regionalfernsehen erzielt wurden, deutlich unter dem Durchschnitt von 2019.
Bei den 13 regionalen Fernsehveranstaltern ist der Durchschnitt der Werbe- und Sponsoringeinnahmen von 2.9 Millionen (2015) auf 1.8 Millionen Franken (2024) zurückgegangen, was einem Rückgang von 38% entspricht. Angesichts dieser Entwicklung überrascht es nicht, dass zwischen 2015 und 2024 eine tendenzielle Zunahme des Abgabenanteils an den Gesamteinnahmen der regionalen Veranstalterinnen festzustellen ist.
Bei der Analyse der Vermögensstruktur stellt man schliesslich fest, dass bei den regionalen Fernsehveranstaltern der Durchschnittswert des Eigenkapitalanteils an der Bilanzsumme eine stabile Entwicklung mit einer leichten Aufwärtstendenz zeigt: Dieser Anteil betrug durchschnittlich 26% im Jahr 2015, 32% im Jahr 2020 und 39% im Jahr 2024.