Fernsehen: Inhalte
Medien in der Schweiz sind in der Gestaltung ihrer Inhalte frei (Programmautonomie). Dennoch ist es wichtig zu wissen, aus welchen Bestandteilen und Themen sich das Angebot von Fernsehprogrammen zusammensetzt – und wie sich ihre Schwerpunkte entwickelt haben.
SRG Fernsehen: Programmstruktur
Bei den verschiedenen Fernsehprogrammen der SRG zeigen sich je nach Sender deutlich unterscheidbare Schwerpunkte.
Neben dem dritten deutschsprachigen Programm SRF info, das Wiederholungen der anderen Programme enthält und einen grossen Informationsanteil von 81% der Gesamtsendezeit aufweist, legen die Programme RTS 2 (67%), SRF 1 (44%) und RSI LA 1 (39%) einen Schwerpunkt auf Information.
Unterhaltung nimmt bei den Programmen SRF zwei (45%), RTS 1 (43%) und RSI LA 1 (38%) jeweils Anteile von ungefähr 40% ein. Sport ist insbesondere in den Programmen von RSI LA 2 (26%), RTS 2 (16%), SRF info (14%) und SRF zwei (13%) ein bedeutender Teil des Programms. Die Unterhaltungs- und Sportanteile haben sich seit 2021 nur geringfügig verändert.
Die Anteile für Werbung liegen durchschnittlich bei 5% und sind im Zeitvergleich (2019/2021) konstant. RTS 1 (3%), RTS 2 (2%) und SRF info (1%) weisen die tiefsten Anteile für Layout (z. B. Programmtrailer), während sie bei allen anderen Sendern der SRG Anteile von mindestens 12% des Programms ausmachen. Kindersendungen stellen ausschliesslich bei RTS 1 mit einem Anteil von 15% einen bedeutenden Bestandteil des Programms dar.
SRG Fernsehen: Themenstruktur
Auf allen Sendern der SRG zeigen sich hohe Anteile an Politik, die zwischen 35% (RTS 1 und SRF info) und 45% (RSI LA 2) liegen. Auf das Thema Wirtschaft entfallen durchschnittlich 10% des Programms, auf gesellschaftliche Themen 6%. Service (6%) sowie Human Interest und Bad News (5%) machen deutlich geringere Anteile des Programms aus. Sport ist vor allem auf SRF zwei (26%), SRF info (14%), RSI LA 1 (12%) und RSI LA 2 (10%) präsent.
Die Anteile der Themenbereiche Wirtschaft, Gesellschaft sowie Human Interest und Bad News am Programm sind im Zeitvergleich relativ stabil. Für den Themenbereich Politik gilt das mit Ausnahme von SRF zwei auch, wo bei der Messung 2023 der Politikanteil gegenüber 2019 und 2021 deutlich zugenommen hat.
Der restliche Teil des Programms – durchschnittlich rund 16% – wird mit sonstigen Themen bestritten, wozu beispielsweise Bildung, Wissenschaft und Kultur zählen.
Konzessionierte Regionalfernsehen: Programmstruktur
Auch die konzessionierten privaten Regionalfernsehsender setzen unterschiedliche programmliche Schwerpunkte. Sie alle bestreiten aber mindestens knapp 60% ihres Programms mit Information, bei einzelnen Sendern erreicht dieser Wert fast 90%. Da ihr Programm in der Regel aus sich stündlich wiederholenden Sendungen besteht, strahlen sie insgesamt dennoch deutlich weniger singuläre Information (in Minuten pro Tag) aus als die SRG.
Konzessionierte Regionalfernsehen: Themenstruktur
Innerhalb der Informationsbeiträge werden verschiedene Themen in ähnlichem Umfang behandelt. Bei den meisten Regionalfernsehsendern nehmen gesellschaftliche Themen einen höheren Anteil des Programms ein als politische Themen.
Konzessionierte Regionalfernsehen: Relevante Regionalinformation
Die konzessionierten privaten Regionalfernsehsender müssen ebenfalls eine quantitative Mindestvorgabe an relevanter Regionalinformation erfüllen. Für sie gilt die Vorgabe, wöchentlich mindestens 150 Minuten relevante Regionalinformation aus dem Versorgungsgebiet während der Hauptsendezeiten auszustrahlen.
Wie bei den konzessionierten Lokalradios zeigt sich auch hier zwischen der ersten Messung 2020 und den aktuellen Zahlen aus dem Jahr 2022 eine deutliche Zunahme an relevanter Regionalinformation. Bis auf einen Sender erfüllten im Jahr 2022 alle die Mindestanforderung.
Meldepflichtige Fernsehprogramme: Programmstruktur
Die meldepflichtigen Fernsehveranstalter/-innen haben keinen gesetzlichen Leistungsauftrag zu erfüllen. Die Meldepflicht beinhaltet aber, dass die Programmverantwortlichen die Grundzüge ihrer Programminhalte gegenüber der Regulierungsbehörde (BAKOM) deklarieren und vorgegebenen Kategorien prozentual zuordnen. Die nachfolgenden Daten basieren auf der Selbstdeklaration der meldepflichtigen Fernsehveranstalter/-innen. Sie wurden nicht mittels Programmanalysen erhoben und lassen sich aufgrund einer Veränderung der Erhebung in den Jahresberichten nicht direkt mit den Vorjahren vergleichen.
Die für das Jahr 2024 gezählten 201 gemeldeten Fernsehprogramme widmen sich in ihrem Programm vor allem Sport (37%) oder Unterhaltung/Filmen (20%). 16% des gemeldeten Programms entfällt auf Information.
Die Anteile für Information in dieser Sendergruppe sind somit tiefer als beim nationalen (SRG) und regionalen (konzessionierte Regionalfernsehen) Service public. Der übrige Anteil des Programms der meldepflichtigen Sender entfällt auf Religion/Esoterik, Tourismus, Musik oder Teleshopping (jeweils 3%), sowie sonstige Themen.