Drahtlose Mikrofone

Vor über dreissig Jahren kamen drahtlose Mikrofone auf. Heute sind sie aus der audiovisuellen Branche, aber auch aus Konferenzen, öffentlichen Debatten, Konzerten usw. nicht mehr wegzudenken. Drahtlose Mikrofone geben Rednern viel Bewegungsfreiheit. Sie weisen im Allgemeinen eine schwache Leistung auf und arbeiten in verschiedenen Frequenzbändern. Die Verwendung eines solchen Geräts ist der Fernmelderegulierung unterstellt.

Drahtlose Mikrofone entstanden mit dem Aufkommen von Transistoren, da sie dadurch auf eine minimale Grösse reduziert werden konnten. Dank dieser Technologie war es damals einfach, Sender in den Frequenzbereichen von 30 MHz bis 200 MHz zu entwickeln. Die ersten drahtlosen Mikrofone belegten diese Frequenzen und teilten die Frequenzbänder mit anderen Nutzern.

Frequenzen

Trotz der Harmonisierungsbemühungen in Europa sind heute die für die Nutzung drahtloser Mikrofone bestimmten Frequenzbänder oft Gegenstand nationaler Einschränkungen. Die Empfehlung des Europäischen Funkausschusses ERC/REC 70-03 betreffend die Nutzung von Funkanlagen mit kurzer Reichweite (SRD, short range devices) erwähnt die nationalen Einschränkungen für die sechs Frequenzbänder, die für drahtlose Mikrofone verfügbar sind. Ebenfalls genannt werden die technischen Parameter, wie die Strahlungsleistung und die in diesem Bereich geltenden harmonisierten Normen.

Für die Schweiz hat das Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) auf Grund der durch den Nationalen Frequenzzuweisungsplan (NaFZ) vorgegebenen Einschränkungen, dieses Dokument verabschiedet,  indem eine Reihe von technischen Anforderungen erlassen wurden.

Die unten stehende Tabelle zeigt die erlaubten Leistungen und die anwendbaren Technischen Anforderungen für jedes einzelne Frequenzband auf (drahtlose Mikrophone können ohne Konzession betrieben werden): 

Frequenzbereich Maximale
Sendeleistung
Technische Anforderungen Bemerkungen
31.4 - 39.6 MHz 100 mW ERP RIR1009-01 Nutzung nur in den in der RIR1009-01 angegebenen Kanälen
174 - 223 MHz 50 mW ERP RIR1009-02  
470 - 694 MHz 50 mW ERP RIR1009-10  
694 - 733 MHz 50 mW ERP RIR1009-10 Nutzung bis 31.12.2018 möglich
738 - 786 MHz 50 mW ERP RIR1009-10 Nutzung bis 31.12.2018 möglich
477 - 694 MHz 250 mW ERP RIR1009-11 Nutzung nur in den in der RIR1009-11 angegebenen Kanälen
701 - 726 MHz 250 mW ERP RIR1009-11 Nutzung bis 31.12.2018 nur in den in der RIR1009-11 angegebenen Kanälen möglich
741 - 782 MHz 250 mW ERP RIR1009-11 Nutzung bis 31.12.2018 nur in den in der RIR1009-11 angegebenen Kanälen möglich

823 - 826 MHz

20 mW EIRP (ca. 12 mW ERP)

RIR1009-18

100 mW EIRP (ca. 60 mW ERP) für am Körper getragene drahtlose Mikrofone

826 - 832 MHz

100 mW EIRP
(ca. 60 mW ERP)

RIR1009-13

 

863 - 865 MHz

10 mW ERP

RIR1009-05

 

1785 - 1800 MHz

20 mW EIRP
(ca. 12 mW ERP)

RIR1009-09

50 mW EIRP (ca. 30 mW ERP) für am Körper getragene drahtlose Mikrofone oder mit eingebauter Spectrum Scanning Procedure (SSP)

1800 - 1804.8 MHz

20 mW EIRP
(ca. 12 mW ERP)

RIR1009-09 50 mW EIRP (ca. 30 mW ERP) für am Körper getragene drahtlose Mikrofone oder mit eingebauter Spectrum Scanning Procedure (SSP)

Hinweise:

  • Die Nutzung der Frequenzbänder 733 - 738 MHz, 786 - 789 MHz, 789 - 823 MHz und 832 - 862 MHz durch drahtlose Mikrofone ist verboten.
  • Ab 01.01.2019 ist die Nutzung der Frequenzbänder 694 - 823 MHz durch drahtlose Mikrofone verboten.
  • Ab 01.01.2019 stehen im ehemaligen TV Band nur noch die Bereiche 470 – 694 MHz, 823 – 826 MHz und 826 – 832 MHz zur Verfügung.
  • Drahtlose Mikrofone können auch in einigen anderen Frequenzbändern betrieben werden. Zum Beispiel in den für nicht-spezifische Kurzstreckenfunkanwendungen vorgesehenen Frequenzbereichen oder in dem für DECT (Digital Enhanced Cordless Telecommunications) vorgesehenen Frequenzbereich bei 1880 MHz. Die Technischen Schnittstellen Anforderungen RIR1008 definieren die Frequenzbereiche und Funkparameter für die nicht-spezifischen Anwendungen, die RIR0503-01 für DECT im 1880 MHz Frequenzbereich.

Freiwillige Frequenzkoordination für konzessionsbefreite PMSE Geräte

Die Koordination der Frequenzen, die von drahtlosen Mikrofonen an besonderen Anlässen (z.B. Konzerte, Ausstellungen, Pressekonferenzen usw.) genutzt werden, wird nicht mehr vom BAKOM übernommen. Das Amt greift auch bei Störungen, die bei der gleichzeitigen Nutzung derselben Frequenz durch zwei oder mehr drahtlose Mikrofone entstehen, nicht mehr ein. Zur Erinnerung: Die völlig störungsfreie Nutzung ist bei den für drahtlose Mikrofone verfügbaren Frequenzen nicht gewährleistet. Es ist somit Sache des Veranstalters, darauf spezialisierte Privatunternehmen zu beauftragen oder es den verschiedenen Nutzern vor Ort zu überlassen, sich zu einigen.

Nutzer von konzessionsbefreiten PMSE Geräten können sich auf freiwilliger Basis auf der von dritter Seite bereitgestellten Datenbank registrieren um den Frequenzeinsatz bei Anlässen zu koordinieren.

Alle andern Geräte dürfen nur mit einer gültigen Funkkonzession in Betrieb genommen werden. Zum Antragsformular

Inverkehrbringen

Die drahtlosen Mikrofone unterliegen den üblichen Voraussetzungen des Inverkehrbringens von Fernmeldeanlagen: Erfolgreich abgeschlossenes Konformitätsbewertungverfahren, Beachtung des Nationalen Frequenzzuweisungsplan, Konformitätserklärung, Kennzeichnung und Benutzerinformationen.

Beim Inverkehrbringen von drahtlosen Mikrofonen, die teilweise oder ganz mit den Bändern 733 - 738 MHz, 786 - 789 MHz, 789 - 823 MHz und 832 - 862 MHz ausgerüstet sind (Bänder, welche nicht mehr für drahtlose Mikrofone genutzt werden können), die Verpackung muss die Angabe einer Einschränkung in der Schweiz tragen und die Information, dass das drahtlose Mikrofon nicht auf diesen Frequenzen genutzt werden darf, muss in der Bedienungsanleitung stehen (detaillierte Informationen). Dadurch werden Störungen anderer Dienste vermieden.

Fachkontakt
Letzte Änderung 08.10.2018

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