Evaluation

Erhebung zur Postversorgung von Privatpersonen und KMU in der Schweiz

Das BAKOM hat eine repräsentative Erhebung über das aktuelle Nutzungsverhalten und die sich abzeichnenden Bedürfnisse nach Post- und Zahlungsverkehrsdiensten in Auftrag gegeben. Damit steht der Diskussion über die Ausgestaltung und den Umfang der postalischen Grundversorgung eine weitere Grundlage zur Verfügung. Die Ergebnisse fliessen auch in die Überlegungen der Arbeitsgruppe zur postalischen Grundversorgung, die Bundespräsidentin Doris Leuthard im August 2017 eingesetzt hat, ein.

Rund 6 von 10 Personen sind mit der Postversorgung in der Schweiz im Allgemeinen in hohem Mass zufrieden. Poststellen sind signifikant häufiger der meistgenutzte postalische Zugangspunkt der Bevölkerung. Es zeigt sich verschiedentlich, dass die räumliche und zeitliche Erreichbarkeit bedienter postalischer Zugangspunkte ein wichtiges Bedürfnis bei der Kundschaft ist. Die Nutzung bedienter postalischer Zugangspunkte ist zumeist mit dem Versenden und/oder Empfangen von Briefen und Paketen verbunden. Gegenüber Brief- und Paketpost spielen Dienstleistungen im Bereich Zahlungsverkehr eine klar untergeordnete Rolle. Neuartige Dienstleistungen der Post sind vergleichsweise noch wenig bekannt.

KMU bewerten ihre Zufriedenheit mit verschiedenen Dienstleistungen der Post je nach Dienstleistungsart unterschiedlich. Angebote für Geschäftskunden wie die Aufgabe an Brief- und Paketzentren resp. an Aufgabestellen oder der Abholservice für Geschäftskunden werden nur von einer Minderheit der KMU genutzt. Das Empfangen und Versenden von Briefen und Paketen ist für grössere KMU signifikant wichtiger als für kleine. Rund die Hälfte der KMU bezieht nie Bargeld und tätigt nie Bargeldeinzahlungen. 

Die Befragungen wurden vom Meinungsforschungsinstitut Demoscope vom 22. Juni bis 31. Juli 2017 bei 2‘745 in der Schweiz
wohnhaften Personen im Alter ab 18 Jahren und zwischen dem 1. und 30. September 2017 schweizweit bei 2‘115 kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) durchgeführt.


Die Grundversorgung mit Post- und Zahlungsverkehrsdienstleistungen ist sichergestellt, der Wettbewerb stabil: Zu diesem Schluss kommt der Bundesrat am 11. Januar 2017 in seinem Evaluationsbericht zur Postgesetzgebung. Die rechtlichen Grundlagen haben sich mehrheitlich bewährt, punktuell bietet sich aber eine Anpassung an.


Der Bundesrat will das Restmonopol bei der Briefpost beibehalten. Die bisherigen Erfahrungen in der Schweiz und in Europa sowie der Umbruch beim Briefpostverkehr sprechen für den Bundesrat gegen eine vollständige Öffnung des Marktes, wie er in folgendem Evaluationsbericht festhält.

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Letzte Änderung 11.01.2017

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