Neue Domain-Endungen für das Internet
Um den Wettbewerb und die Vielfalt im Domainnamen-System zu fördern, setzt die ICANN (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers) ihr Programm zur Schaffung neuer Endungen für Internet-Domainnamen fort. Zu den 22 herkömmlichen generischen Domain-Endungen wie .com, .org oder .info sind seit 2012 bereits über 1200 thematische (z. B. .hotels, .bank), geografische (z. B. .zuerich, .berlin) oder Marken-Endungen hinzugekommen. Voraussichtlich ab Ende April 2026 wird es wieder möglich sein, Bewerbungen für solche Endungen einzureichen.
Mit der Möglichkeit, Namen in diesen neuen Domain-Endungen zu registrieren, können Unternehmen und andere Organisationen ihre Sichtbarkeit im Internet erhöhen. Daneben sollten sie sich allerdings auch gegen die unbefugte Nutzung ihrer Marke oder Bezeichnung durch Dritte (Cybersquatting) schützen. Deshalb empfiehlt das Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) Unternehmen und Organisationen, nicht nur die Chancen, sondern auch die Risiken dieser neuen Endungen genau zu evaluieren.
In dieser Hinsicht werden ihnen verschiedene Mechanismen zur Verfügung stehen, um ihre Rechte geltend zu machen.
Im Juni 2011 beschloss die ICANN neue Domain-Endungen oder Internetdomains der ersten Ebene (gTLD – generic Top Level Domain) zu schaffen. Die erste Bewerbungsperiode fand im Frühjahr 2012 statt. Insgesamt wurden im Jahr 2012 1241 neue gTLDs geschaffen.
ICANN: Stand der Bewerbungen für 2012
Eine weitere Runde des Programms für neue gTLDs wird voraussichtlich Ende April 2026 beginnen. Bewerbungen können voraussichtlich vom 30. April 2026 bis zum 12. August 2026 eingereicht werden. Diese nächste Runde soll die Diversität fördern, den Wettbewerb stärken und den Nutzen des DNS verbessern.
ICANN: Nächste Runde des Programms für neue gTLDs | New gTLD Program
Die Schweiz und ihre Verwaltung sind weder in das Erstellungsverfahren neuer gTLDs noch in die Evaluation der Bewerbungen eingebunden. Der Bund kann jedoch seine Ablehnung einer Bewerbung zum Ausdruck bringen, wenn er der Ansicht ist, dass das nationale öffentliche Interesse auf dem Spiel steht. Wenn es um die Interessen von Privatpersonen geht, kann nur die in ihren Rechten potenziell verletzte Partei mittels der von der ICANN definierten Verfahren oder durch Klage vor der zuständigen staatlichen Gerichtsbarkeit dagegen vorgehen. Das BAKOM, das den Bund im beratenden Regierungsausschuss (Governmental Advisory Committee) der ICANN vertritt, hat den Auftrag, die Wirtschaftskreise und andere Betroffene regelmässig über die jüngsten Entwicklungen in diesem Projekt zu informieren.
Weitere Informationen
Links
ICANN (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers) (in English)
Information der ICANN zum gTLD-Programm von 2012
Information der ICANN zur nächsten Runde des Programms für neue gTLDs