Weltfunkkonferenz: Frequenzzuteilung für globale Dienste

Das Ziel der Weltfunkkonferenz (WRC-19), die vom 28. Oktober bis zum 22. November 2019 in Sharm el-Sheikh stattfand, wurde erreicht: Die Frequenznutzung auf globaler Ebene wurde koordiniert und die notwendigen Ressourcen wurden reserviert, um der raschen Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechnologien und dem Entstehen innovativer Funkdienste gerecht zu werden. Nach vier Wochen langer und schwieriger Verhandlungen wurde schliesslich ein Konsens erzielt. Die Schweizer Delegation konnte alle vom Bundesrat gesetzten Ziele erreichen.

Alexandre Kholod, Abteilung Konzessionen und Frequenzmanagement

An der alle drei bis vier Jahre stattfindenden Weltfunkkonferenz der Internationalen Fernmeldeunion (ITU) wird jeweils das Radioreglement überarbeitet. Dabei handelt es sich um einen völkerrechtlichen Vertrag zwischen den ITU-Mitgliedstaaten, in dem die Nutzung der begrenzten natürlichen Ressourcen des Funkfrequenzspektrums und der Satelliten-Orbitalpositionen geregelt ist. Ziel ist es, einen fairen Zugang und eine rationelle Nutzung dieser Ressourcen zu erleichtern und den effizienten Betrieb aller Funkdienste zu ermöglichen. Der Bundesrat wird die Schlussakte der WRC im Jahr 2020 ratifizieren. Damit verpflichtet sich die Schweiz dazu, diese neuen, über dem nationalen Recht stehenden völkerrechtlichen Bestimmungen einzuhalten, d. h. Frequenzen nur für die festgelegten Zwecke zu vergeben oder auf deren Nutzung zu verzichten, wenn dadurch Funkdienste eines anderen Landes gestört werden.

Auf der dicht gedrängten Tagesordnung der WRC-19 standen eine breite Palette an Themen: Frequenzen für die mobile Breitbandkommunikation,  Satellitenfunk-Bodenstationen in Bewegung (Earth Stations in Motion, ESIM), Regulierungsverfahren für Satellitennetze, Frequenzressourcen für die Kommunikation mit Höhenplattformen (High-Altitude Platform Stations, HAPS) in der Stratosphäre, die wissenschaftlichen Dienste oder der Amateurfunkdienst.

Rund 3400 Delegierte aus 165 der 193 ITU-Mitgliedstaaten beteiligten sich an den Arbeiten der WRC-19, die damit bis heute die grösste war. Die Schweizer Delegation unter der Leitung von Philippe Horisberger, stellvertretender Direktor des Bundesamtes für Kommunikation (BAKOM), vertrat erfolgreich die nationalen Standpunkte. Letztere waren in den vergangenen vier Jahren mit sämtlichen Schweizer Akteuren im Bereich der Frequenzen an Koordinationssitzungen erarbeitet worden, die im Rahmen der Vorbereitungen des BAKOM für die WRC-19 stattfanden.

IM52 WRC
Die Schweizer Delegation an der Weltfunkkonferenz 2019

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Letzte Änderung 14.02.2020

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