Austausch zur Digitalisierung am virtuellen Swiss IGF

Am 29. September 2020 fand die fünfte Ausgabe des Swiss Internet Governance Forum (Swiss IGF) statt. In virtueller Form bot das Swiss IGF Gelegenheit, brennende Fragen zur Digitalisierung mit allen interessierten Akteuren in der Schweiz zu diskutieren. Schwerpunkte waren die Wechselwirkung zwischen Digitalisierung und Klimakrise, die digitalen Kenntnisse von Politik und Verwaltung sowie die Selbstbestimmung im digitalen Raum.      

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Livia Walpen, International Relations

Das Swiss IGF war auch dieses Jahr ein Erfolg. Aufgrund der Situation im Zusammenhang mit dem Coronavirus fand die diesjährige Ausgabe erstmals vollständig virtuell statt. Die Interaktivität und Mehrsprachigkeit wurden auch in virtueller Form sichergestellt. Über 250 Vertreterinnen und Vertreter aller Anspruchsgruppen aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft haben sich am virtuellen Dialog beteiligt.

Eröffnet wurde das Swiss IGF von Bernard Maissen, Direktor des Bundesamtes für Kommunikation (BAKOM). In seiner Rede betonte Maissen, dass sich die Digitalisierung nicht aufhalten lasse: "Wir müssen sie darum besser verstehen und entsprechende Regelwerke schaffen, um die Vorteile der Digitalisierung zu nutzen und die Risiken abzufedern." Das Swiss IGF biete dabei eine einzigartige Plattform, um Digitalisierungsfragen in einem offenen, partizipativen und interaktiven Format zu diskutieren.

Danach tauschten sich die Teilnehmenden in verschiedenen Plenumssitzungen und Workshops aus, unter anderem über die Wechselwirkung zwischen Digitalisierung und Klimawandel, die Herausforderungen digitaler Märkte und Internet-Plattformen sowie über die Rolle von Bibliotheken in der Informationsgesellschaft. Weitere Themen waren Cybersicherheit und Cyberkriminalität, die digitalen Kompetenzen in Politik und Verwaltung sowie die Selbstbestimmung der Bürgerinnen und Bürger im digitalen Raum.

"Messages von Bern"

Am Ende der Veranstaltung wurden die "Messages von Bern" verabschiedet, in denen die Hauptpunkte der Plenumssitzungen und Workshops des Swiss IGF 2020 kurz und prägnant zusammengefasst sind. Die Messages halten beispielsweise fest, dass die Vorteile der Digitalisierung in den Bereichen Energieeffizienz, Kreislaufwirtschaft, Suffizienz und Datenverwaltung bestmöglich genutzt werden müssen, um die Klimakrise wirkungsvoll zu bekämpfen. In Zusammenhang mit den digitalen Interessen, Kompetenzen und Ideen in Politik und Verwaltung verlangen die Messages mehr Mut, Experimentierfreude und Engagement, sowohl auf nationaler wie auf kantonaler Ebene. Bezüglich der digitalen Selbstbestimmung betonen die Messages die Bedeutung von Vertrauen, das beispielsweise durch vertrauenswürdige Datenräumen oder auch Qualitätslabel gestärkt werden könnte.

Die Messages von Bern werden nun dem globalen UN Internet Governance Forum (IGF) und dem European Dialogue on Internet Governance (EuroDIG) vorgelegt, um in die Diskussionen in diesen Foren einzufliessen. Die Messages sind auf www.igf.swiss publiziert.

Der nationale Ableger eines weltweiten Prozesses 

Das Swiss IGF ist der nationale Ableger des UN IGF, des weltweiten Prozesses, der 2005 zur Diskussion der Spielregeln im Internet ("Internet Governance") geschaffen wurde. Seither haben sich zahlreiche regionale und nationale Foren gebildet. Das jüngste UN IGF fand vom 2. bis 17. November 2020 virtuell statt.

Das Swiss IGF besteht seit 2015 und wird grundsätzlich jährlich durchgeführt. Es wird von einer Steuerungsgruppe – bestehend aus rund einem Dutzend Freiwilligen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft – geführt und steht unter dem Patronat des BAKOM. Die Themen des Swiss IGF werden nicht von den Organisatoren, sondern in einem partizipativen Prozess von allen interessierten Teilnehmenden festgelegt.

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Letzte Änderung 21.12.2020

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