ETSI

Das Europäische Institut für Telekommunikationsnormen (ETSI) erarbeitet weltweite Standards im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT). Das BAKOM verfolgt diese Arbeiten aufmerksam und beteiligt sich auf gewissen Gebieten sogar daran. Die erarbeiteten Normen bestimmen die Zukunft des Sektors und können als wichtige Grundlage für die Reglementierung und die Strategie der Digitalisierung der Gesellschaft in den Ländern der Europäischen Union (EU) und der Europäischen Freihandelszone (EFTA) dienen. Sie werden somit auch in der Schweiz angewendet.

Das ETSI - eines der drei offiziellen Normierungsgremien der EU und der EFTA - ist ein wichtiger Partner für das BAKOM. Es erarbeitet - oft auf Vorschlag der Industrie - die Standards, welche die Zukunft der festen und mobilen Fernmeldeprodukte und -dienstleistungen für Telefonie sowie für Datenverbreitung und -übertragung bestimmen. Im Auftrag der Behörden verfasst es auch Normen und Studien zu den IKT. Die Ergebnisse dieser Arbeiten werden oft weltweit mit der ITU koordiniert und bei der Ausarbeitung der Regelwerke in europäischen Ländern, einschliesslich der Schweiz, berücksichtigt. Durch seine Beteiligung als Vertreter der Bundesverwaltung kann das BAKOM

  • die Umwälzung im IKT-Bereich nachvollziehen und dabei mitwirken,
  • den reglementarischen Rahmen des Sektors in Europa und auf der Welt analysieren und klären,
  • sich an der Entwicklung und Verabschiedung von für die europäische Politik und Reglementierung zentralen Standards beteiligen.

Die Fachleute des BAKOM (Vollmitglieder der Kategorie "Verwaltung") beteiligen sich an den Arbeiten, die für die Schweiz als am wichtigsten erachtet werden, so zum Beispiel in folgenden Bereichen:

  • Aspekte der elektromagnetischen Verträglichkeit und der Spektrumsverwaltung (sehr direkt mit der europäischen und schweizerischen Reglementierung verknüpft),
  • Technologien für den Zugang zu mobilen Diensten (GSM, UMTS, LTE), zu Festnetzdiensten (PSTN, RNIS, DSL, DOCSIS, IPCablecom, WLL, PLC) und zu Satellitendienten
  • Medienverbreitungssysteme (in Zusammenarbeit mit EBU und CEN/ CENELEC, z.B. DVB-S/-T/-C, DAB, HBBTV),
  • Next Generation Systems 5G und andere
  • Notfall- und Bevölkerungsalarmierungssysteme (EMTEL),
  • Qualitäts- und Sicherheitsmerkmale der Dienste,
  • Themen in Zusammenhang mit der Informationsgesellschaft.

Ein Grossteil der Publikationen des ETSI wird ohne Intervention der Behörden auf dem Markt verwendet. Auch wenn die Publikationen in amtlichen Dokumenten nicht genannt werden, stellen sie wertvolle Instrumente für die Fachleute der nationalen Behörden dar, so auch für das BAKOM.

Das BAKOM nimmt auch an den Sitzungen unserer nationalen Normierungsorganisation (ASUT, CS4) teil, welche die Schweiz als Land vertritt und der es regelmässig gelingt, einen Schweizer Vertreter in den Verwaltungsrat des ETSI wählen zu lassen.

Neben den Standards erarbeitet das Gremium auch Spezifikationen, technische Berichte und Leitfäden für Produkte, Dienstleistungen und Schnittstellen. Das ETSI verfügt ausserdem über eine ganze Reihe von Partnerschaften mit Organisationen, die bei der Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechnologien und somit im Entwicklungsprozess hin zur digitalen Gesellschaft massgebend sind.

Das ETSI ist die wichtigste Beobachtungs- und Diskussionsplattform, um den technischen Fortschritt und die Entwicklung des IKT-Marktes in Europa nachzuvollziehen. Die technologische Entwicklung in diesem Sektor, die heute als eine der wichtigsten für die Organisation und Entfaltung der Gesellschaft gilt, führte zu einem Preissturz, einer höheren Durchdringung und einer breiteren Produkte- und Dienstleistungspalette. Diese Entwicklung wird immer globaler. Fehlende Koordination mit den Nachbarländern oder ein unzureichendes Verständnis für die Auswirkungen dieser neuen Technologien würden ein Risiko für Bürgerinnen und Bürger, Verwaltungen und gerechtfertigte nationale Interessen darstellen.

Was ist ein Standard?

Ein Standard beschreibt die technischen und funktionalen Merkmale eines Produktes oder einer Dienstleistung oder spezifiziert Schnittstellen zwischen Produkten oder Dienstleistungen, die miteinander interagieren müssen. Diese Normen erscheinen als technische Spezifikationen für die Architektur von neuen Systemen, Module und die Interaktion zwischen diesen Modulen. So entstehen wichtige Synergien, die verschiedenen Partner ergänzen sich, und die Zusammenarbeit ist klarer geregelt.

Die Normierungsarbeiten werden in der Regel auf die Initiative der Industrie hin aufgenommen. Die erstellten Dokumente (Spezifikationen, Standards, technische Berichte oder Leitfäden zu Systemen, Produkten und Diensten, deren Ausbau oder Test) sind grundsätzlich nicht verbindlich. Ihr Inhalt kann jedoch als Grundlage für die Erarbeitung oder Anpassung des Regelwerks eines Landes dienen. Solche Publikationen können also in amtlichen Dokumenten als Referenz angegeben werden.

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Letzte Änderung 15.04.2019

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