IGF

Das Internet Governance Forum (IGF) ist eines der wichtigsten Ergebnisse des Weltgipfels über die Informationsgesellschaft (WSIS), der 2003 in Genf und 2005 in Tunis stattgefunden hat. Das IGF bietet den Vertreterinnen und Vertretern von Regierungen, aus der Privatwirtschaft, der Zivilgesellschaft und der Wissenschaft die Möglichkeit, sich über relevante Aspekte der Verwaltung des Internets auszutauschen. Das IGF ist ein Experiment der UNO, das den üblichen zwischenstaatlichen Rahmen sprengt und alle Interessenvertreter (Stakeholder) als gleichwertige Diskussionspartner einbezieht. Neben dem globalen IGF gibt es heute auch einen Europäischen Dialog zur Internet-Gouvernanz (EuroDIG) sowie zahlreiche nationale Foren. Das erste Swiss Internet Governance Forum (Swiss-IGF) fand 2015 in Bern statt.

Das BAKOM und das IGF

Das BAKOM unterstützt das IGF seit seinen Anfängen und nimmt in Koordination mit interessierten Verwaltungsstellen, der Schweizer Wirtschaft und Zivilgesellschaft an den jährlichen Treffen teil. Zusammen mit anderen Partnern haben das BAKOM und das DEZA wesentlich dazu beigetragen, dass das Sekretariat des IGF in Genf eine breit anerkannte Arbeit leisten kann.

Seit 2015 wird auch in der Schweiz regelmässig ein nationales Forum organisiert. Die Gründung eines Schweizer IGFs folgt der Logik, auch in der Schweiz die interessierten Stakeholder zu einem interaktiven Dialog über brennende Fragen zur Internet-Gouvernanz zusammenzubringen. Die erste Veranstaltung am 19. Mai 2015 in Bern konnte ein nationales IGF auch in der Schweiz etablieren, damit alle Interessierten ihre Anliegen einbringen und sich mit Akteuren aus Politik, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Wissenschaft austauschen können.

Das Programm wurde von einer Steuerungsgruppe erarbeitet, die mit der Unterstützung des BAKOM gebildet worden war. Dieser Gruppe gehörten verschiedene gesellschaftliche Akteure an: BAKOM, asut, ePower, SWITCH, Google, Internet Society Schweiz, Parlamentarische Gruppe Digitale Nachhaltigkeit, /ch/open, Opendata.ch, Digitale Allmend, Universität Zürich und EURALO.

Struktur des IGF

Das nach dem WSIS 2005 in Tunis ins Leben gerufene IGF hat sich von Anfang an positiv entwickelt. Es handelt sich um eine globale Diskussionsplattform zur Regulierung des Internets und der Verwaltung von dessen Kernressourcen (Domainnamen, IP-Adressen usw.) mit einem Sekretariat in Genf. Jedes Jahr finden sich Fachleute und Interessierte aus Regierungs-, Wirtschafts- und Zivilgesellschaftskreisen zusammen, um sich in einem informellen Rahmen über die aktuellen und künftigen Herausforderungen im Zusammenhang mit dem Internet auszutauschen. Nebst der umstrittenen Frage der Internationalisierung des Managements der Kernressourcen und der Mehrsprachigkeit bei den Domainnamen werden auch die Sicherheit und Offenheit des Internets sowie der Zugang zum Internet diskutiert.

Die zu diskutierenden Themen werden in einem partizipativen Bottom-up-Prozess ausgewählt. Am IGF soll der interaktive Dialog allen interessierten Akteuren aus der ganzen Welt helfen, sowohl das Internet als auch die anderen Akteure im Internet besser zu verstehen. Zudem soll das IGF eine Katalysatorfunktion übernehmen und neue Ideen, Lösungsansätze sowie neue Partnerschaften hervorbringen. Es soll alle Teilnehmenden aus Politik, Wirtschaft, Zivilgesellschaft, Technik und Wissenschaft befähigen, in ihrem täglichen Leben, beruflich und privat, besser informierte Entscheidungen zu fällen.

Seit dem ersten IGF in Athen 2006 findet die jährliche Konferenz jeweils im Herbst auf einem anderen Kontinent statt und wird jeweils von rund 1500 bis 2000 Teilnehmenden besucht. Seitdem haben sich spontan einige Dutzend nationale und regionale IGF-Strukturen gebildet wie beispielsweise der Europäische Dialog zur Internet-Gouvernanz (EuroDIG). Das IGF ist allerdings nach wie vor eine junge Institution, die auf einer schmalen finanziellen Basis steht und sich weiter entwickeln und dauerhaft etablieren muss.

Das Mandat des IGF wurde von den UNO-Mitgliedstaaten an einem hochrangigen Treffen anlässlich der Überprüfung der Umsetzung der Resultate des WSIS (WSIS+10) im Dezember 2015 in New York um 10 Jahre verlängert.

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Letzte Änderung 17.05.2016

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